Die Musikart HipHop, so wie wir sie heute kennen entwickelte sich aus dem Jazz und Blues der Schwarzen in Amerika. Anstatt zu singen wurden die Texte, die meist politische Aussagen und Gesellschaftskritik beinhalten, gesprochen. Auch die Art und Weise, wie Musik und Rhythmus zustande kam veränderte sich. Anstelle von Musikern mit Instrumenten wurden einfach bereits bestehende Musikstükke, oder Teile von diesen, als Begleitung hinzugefügt und mit einen komponierten Beat oder einer Bass-line zusammen gemischt.
Beim Hip-Hop steht nicht die Musik sondern der Sprechgesang im Vordergrund, d.h. die Aussagen der Texte. Zu den Vorreitern und Pionieren des Amerikanischen Hip-Hop’s zählen z.B. Krs One, Public Enemy, Jessy Jeff und Grandmaster Flash.
Der Name Hip-Hop wurde aus der immer gleichbleibenden, monotonen Rhythmik des Schlagzeuges erstellt. Eine Hip-Hop Combo benötigt grundsätzlich zwei Musiker. Zuerst den Dj ( Discjockey) und den Sänger bzw. Mc (Master of Ceremony). Dieser Mc beschäftigt sich mit der Aussage der Texte und schreibt sie immer selbst. Der Discjockey übernimmt den musikalischen Part. Hip-Hop gab es schon seit den späten 80em in Deutschland, ca. 10 Jahre später als in Amerika.
Zu den ersten deutschen Hip-Hop Acts zählen z.B. die „Fantastischen Vier” und die „Absoluten Beginner”, welche den HipHop im Untergrund hielten und behalten wollten. Eine goldene Regel der Beginner war: „HipHop soll niemals kommerziell werden” Die „Fantastischen Vier” wurden bald von vielen Hip-Hop Crews in den Musikstil Pop abgeschoben. Dies ist bis heute so geblieben.
Doch die „Fantastischen Vier” gelten trotzdem als Väter des deutschen Hip-Hop’s unter anderem dadurch, dass ihr Hit „Die da” 1994 die Charts stürmte und dem deutschen Hip-Hop den Weg ebnete. 1996 stürmte eine weitere, in der Hip-Hop Szene nicht ganz umstrittene Band die deutschen Charts: „Fettes Brot” kamen mit ihrem Song: „Jein” bis auf Platz 8 der deutschen Charts.
In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Hip-Hop Szene auf zwei Zentren. Zum einen in Hamburg folgten. Unter den Fittichen des Eimsbusch Labels brachten die Hamburger Hip-Hoper „5 Sterne Deluxe” das 1998 mit der goldenen Schallplatte ausgezeichnete Album „Silium” auf mit dem Label „Eimsbusch-Records” gegründet von Jan Eisfeldt, einem Mc der „Absoluten Beginner” , zum anderen in Stuttgart mit dem von Smudo, einem Mc der „Fantastischen Vier”, gegründeten Label „Four Music”.
Aber in Stuttgart blieb es nicht bei nur einem Label „Benztown Records” und „Kolchose Records” den Markt. Zuvor, nämlich 1997, stürmten die Stuttgarter „Freundeskreis” mit ihrer Ballade „A-N-N-A” die Charts aus dem Album „Die Quadratur des Kreises”.
Das Album „Esperanto” folgte im Jahr 1999 und wurde auch mit der goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Bei der Entwicklung dieses Albums bekam der Freundeskreis Unterstützung von vielen ausländischen Künstlern; „Esperanto” entwickelte sich zu einem multikulturellen Highlight des Hip-Hop- Reggae Genres. Der Freundeskreis spielt auch eine gewichtige Rolle bei allen „Musiker gegen Fremden hass”-Veranstaltungen und unterstützen diese Aktionen gerne.
Weitere wichtige deutsche Hip-Hop Alben:
- Gefährliches Halbwissen
- EinsZwo (1999) Überfall!
- Massive Töne (1999) Rolle mit Hip-Hop
- Afrob (1999) Deluxe Soundsystem
- Dynamite Deluxe (2000) Asymmetrie
- FerrisMc (2000) Neo.Now
- 5 Sterne Deluxe (2001) T
rotz des großen Erfolges und der hohen Nachfrage blieb das Kommerzielle für die Künstler im Hip-Hop Geschäft immer nur von sekundärer Bedeutung. Von viel größerer Bedeutung für die Künstler ist die Aussage ihrer Texte, d.h. ihr politisches oder persönliches Anliegen. Im Begriff Hip-Hop verbirgt sich aber nicht nur allein die Musik.
Man spricht von den „4 Grunddisziplinen”:
- Sprechgesang (Mc)
- DJ
- Sprayen (Graffiti)
- Breakdance
Der Überbegriff HipHop setzt sich aus diesen vier Teilen zusammen und bildet eine große Einheit. Daher kann man beim Besuch eines Hip-Hop Festivals auch meist eine Kostprobe aller „Grunddisziplinen” erwarten. Die vorherrschende Thematik des aktuellen Hip-Hops ist: „Mehr Toleranz gegenüber Ausländern”, wie z.B. auf der aktuellen Scheibe der „Brothers Keepers” mit dem Namen „Adriano”, einem von Neo-Nazis zu Tode geschlagenen Deutsch-Afrikaner. •
