Das Thema Rauchen lässt uns nicht mehr los. Bereits in der letzten Ausgabe haben wir einen Artikel über dieses heiße Thema verfasst, und trotzdem wurde noch nicht genug darüber geredet!

Alles begann auf den SV-Arbeitstagen 2002: Es wurden verschiedene Projekte in Angriff genommen, welche die Schule betreffen; auch der Raucherhof war ein Thema. Es wurde darüber diskutiert, ob man den Raucherhof verschönern solle.

Da war von Blumenkästen, einem Dach und Rankenpflanzen die Rede. Eine „Verschönerung“ ist notwendig, da ansonsten die Gefahr besteht, dass der Raucherhof abgeschafft wird, soweit war man sich einig. Aber natürlich gab es auch Streitpunkte. Es gab eine Fraktion, welche die Meinung vertrat, Blumen und Pflanzen seien notwendig und sinnvoll, um den hässlichen „Raucherkäfig“ zu einem idylillischen und schmucken „Raucherparadies“ umzuwandeln.

Denn immerhin befindet sich der Raucherhof direkt neben dem Haupteingang zum Schulgebäude und somit muss jeder, der die Schule betritt, an diesem vorbei spazieren und einen oder mehrere Blicke darauf werfen. Mit einer Verschönerung könnte eine Art „Image- Wechsel“ hervorgerufen werden, sodass die gesamte Schule sauberer und schöner wirkt. Blumen würden ihren Teil dazu beitragen meinte man.

Die Pflege selbiger würde in den Aufgabenbereich des neu eingerichteten „Raucherhof – Putzdienstes“ fallen. Der Raucherhof, so argumentierte diese Gruppe, sei kein Ort an dem der Raucher sich wohlfühle und gerne aufhalte. Das müsse nun geändert werden! Und durch Blumen und sonstige Pflänzchen könne dies geschehen. Aber muss und soll der Raucherhof wirklich ein Platz sein, an dem man sich gerne aufhält?

Soll der Raucherhof wirklich ein Platz von Idylle und Schönheit sein? Hat der Raucherhof nicht eine ganz andere Funktion als eine schöne, paradiesische Laube zu sein? Diese Fragen führten schnell zu einer hitzigen Diskussion. Alle waren sich einig darüber, dass der Raucherhof sauber sein soll. Ein Dach wäre sicherlich auch keine schlechte Idee. Aber Blumen?

Für die oppositionelle Gruppe stand klar fest: „Keine Blumen am oder im Raucherhof!“ Der Raucherhof sei ein Ort, an dem eine Zigarette geraucht werde und den man danach wieder verlasse. Das sei der eigentlich Sinn dieses Hofes. Der Raucherhof dürfe kein Platz werden, an dem man sich gerne aufhalte. Immerhin sei es der Hof einer Schule und da sollten doch die pädagogischen Schwierigkeiten, die eine solche „Verschönerung“ mit sich bringe, jedem auffallen.

Es dürfe nicht der Anschein bei den jungen Schüler entstehen, dass der Raucherhof ein idyllischer Platz sei, an dem man gerne verweilt um eine Zigarette zu rauchen. Macht man den Raucherhof schöner und attraktiver, macht man auch das Rauchen attraktiver. Und soll es etwas wirklich werden? Hat der Raucherhof nicht die Funktion, die Raucher von der nichtrauchenden Schülerschaft abzugrenzen?

Und genau das tut er zur Zeit noch. Aber mit der „Verschönerung“ in diesem Ausmaße würde der heutige „Käfig“ bald zu einer schönen und trockenen Alternative zum eigentlich Pausenhof werden. Und das darf, auch meiner Meinung nach, nicht geschehen.

Denn an unserer Schule, die sich Aufklärungsunterricht für legale Drogen, wie eben Zigaretten, nicht gerade groß auf ihre Fahne schreibt, darf das Rauchen nicht schöner dargestellt werden, als es überhaupt gar nicht ist.