Geschichte und Verbreitung
Wenn man in unseren Gegenden von einer „Shisha“ (oder auch Schischa, Sheesha, Narghile, Arghile, Hookah, Blubber) redet, ist meist die ägyptische orientalische Wasserpfeife gemeint. Doch nicht nur in Ägypten gibt es Wasserpfeifen, sondern in allen orientalischen Ländern und auch einigen asiatischen Ländern.
Das Prinzip der Shisha soll aus Indien stammen, wo man einen Bambusstock in eine Kokosnuss gesteckt hat. Von dort aus verbreitete sie sich im 16. Jahrhundert in den Orient und von dort aus immer weiter, bis sie schließlich in der Türkei ihre heutige Form fand und auch in Europa akzeptiert wurde.
Die Shisha ist in den meisten orientalischen Kulturen ein fester Bestandteil geworden und dient zum Ausdruck der Zusammengehörigkeit. In der Türkei gilt die Prozedur des gemeinsamen Shisharauchens heute noch als eine der gastfreundlichsten Gesten.
In Europa genießt die Wasserpfeife einen immer größeren Beliebtheitsgrad und findet sich inzwischen sogar in speziellen Bars und Cafés, in denen man sich zum Rauchen trifft.
Utensilien – Kohle
Die sogenannte Fachma – also spezielle Wasserpfeifenkohle – ist meist Holzkohle, die einen geringen Anteil Schwarzpulver enthält, um sie mit dem Feuerzeug besser entzünden zu können. Diese Kohle liegt fast immer in Tablettenform vor. Verwendet werden kann aber auch Naturkohle, wie z.B. Kokosnusskohle (Cococha), Oliven- oder auch Orangenkohle. Die Art der Kohle wirkt sich im Allgemeinen nicht auf den Geschmack der Shisha aus, wohl aber auf die Intensität des Rauches. Je nach Kohle und Tabak wird die Shisha stärker oder milder.
Tabak
Der Tabak, der für eine Shisha verwendet wird, ist im Allgemeinen sehr viel feuchter als normaler Tabak und (vor allem im europäischen Raum) stark aromatisiert. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt birgt auch schon die ersten Probleme, da in Deutschland kein Tabak verkauft werden darf, der mehr als 5% Feuchtigkeit aufweist. Das führt wiederum dazu, dass spezieller Tabak verkauft wird, der im Nachhinein mit Glycerin aus der Apotheke angefeuchtet wird – was aber lange nicht an die Qualität „echten“ Shisha-Tabaks heranreicht – oder mit deutschem Shisha-Tabak geraucht werden muss. Dies ist aber für die meisten Raucher auch kein Problem, da dieser Tabak auch geeignet ist und sehr gut schmeckt. Die beliebteste Tabaksorte der Europäer ist der Doppelapfel (eigentlich sogar ein Tabakgemisch aus zwei verschiedenen Apfeltabaksorten), es gibt aber auch sehr viele andere Tabakaromen, wie z.B. Minze, Orange, Zitrone, Vanille, Kokosnuss, Kirsche, Erdbeer, Pfirsich, Melone, Cappuccino, Mango, Banane, Karamell, Mango oder auch Cola.
Aufbau
Eine Shisha besteht aus vier Teilen: dem Gefäß (Bowle oder Vase), der Rauchsäule, dem Topf (Kopf) und einem Schlauch. Das Gefäß (je nach Herkunft der Shisha aus Glas – ägyptischer Raum – oder Metall – Türkei – bestehend) wird mit Wasser gefüllt bis der Aufsatz knapp hinein reicht. Die Rauchsäule, welche aus mit Messing oder Chrom beschichtetem Metall besteht, wird auf das Gefäß gesetzt oder geschraubt. Auf der Rauchsäule befindet sich der Topf, der aus Ton oder Metall besteht und Löcher an der Unterseite aufweist, durch die später der Rauch gezogen wird. Dieser Topf wird nun mit Tabak gefüllt und mit einem Sieb oder gelochter Alufolie abgedeckt: hierauf wird die brennende Kohle gelegt. Der Schlauch wird am dafür vorgesehenen „Rauchanschluss“ befestigt. Damit ist die Shisha komplett funktionstüchtig.
Der Tabak wird durch die nicht direkt aufliegende Kohle nicht verbrannt, sondern nur gedünstet und der entstehende Dampf wird inhaliert. Beim Ziehen am Schlauch wird ein Unterdruck im Inneren erzeugt und es wird durch das Wasser hindurch Luft nachgezogen. Daher auch das markante Blubbern einer Wasserpfeife und der Name „Blubber“. Der Rauch legt eine sehr lange Strecke im Inneren der Shisha zurück und kühlt ab (Die größte Wärme wird an das Wasser im Gefäß abgegeben.), was den Rauch sehr viel milder macht, als den einer brennenden Zigarette.
Bei diesem Aufbau kann man noch einige Modifikationen vornehmen. Man kann das Gefäß mit Whiskey oder Rotwein füllen, um beim Rauchen zusätzlich alkoholisiert zu werden. Dabei wird der Alkohol über die Lunge in den Blutkreislauf befördert. Die Kohle kann auch durch ein gereinigtes Teelicht vom Tabak ferngehalten werden, falls die Alufolie nicht ausreichen sollte, und das Gefäß oder die Rauchsäule können gekühlt werden, um den Rauch noch milder zu machen.
Risiken
Die Nutzung von Shishas wird häufig verharmlost und als „unschädlich“ oder „harmloser als Zigarettenkonsum“ bezeichnet. Dies ist immer noch umstritten. Vor allem der Umstand, dass die vielen Variationen der verschiedenen Nutzungsarten so stark von einander abweichen, macht es sehr schwer, Genaueres zu sagen. Eine bisher einzigartige Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigte, dass der Shishakonsum sehr wohl wesentlich schädlicher sein kann als der Zigarettenkonsum. Doch der genutzte Versuchsaufbau war nicht die mildeste und gesündeste Art eine Shisha zu rauchen. Die Studie zeigt aber eindeutig, dass die Milderung des Rauches in der Shisha den Einstieg in die Nikotinsucht vereinfacht.
