schererei

Die Lehrkräfte fehlen hinten und vorne. Was tun? Sich die Dinge zurechtzuschneiden funktioniert leider nur auf dem Papier.

Schon während der Sommerferien erschien sowohl in der Badischen Zeitung, als auch in der Weiler Zeitung der Artikel zur erschwerten Situation der Lehrer am Kant.

Aufgrund der Entscheidung von Frau Widmaier, das Kant zu verlassen und mehreren Absagen in bestimmten Fächern, erwies sich der Aufbau und die Einteilung des Stundenplans sowie die Verteilung der Lehrkräfte als eine sehr schwere und langwierige Aufgabe.

Als Beispiel der erster Schultag der Klasse 11b: Der neue Stundenplan wurde vorgelesen, das Fach Mathematik erregt großes Erstaunen unter den Schülern, vier verschiedene Mathelehrer und keine Zuordnung, wer in welcher Parallelklasse nun Matheunterricht hat.

Das große Nachfragen bei den verschiedenen Lehrern begann, doch keiner wusste eine Antwort oder konnte helfen. Somit standen die Schüler selbst vor der Aufgabe, sich in die verschiedenen Klassen einzuteilen.

So wurden auch noch Tage später manche Schüler zwischen den Lehrern herumgereicht. Und es tat sich ein weiteres Problem auf: In der CAS- Klasse gibt es nur 25 Laptops für 35 Schüler!

Die Konsequenz war, dass alle SchülerInnen, die im letzten Jahr in Mathe schlechter als „ausreichend“ waren, aus dem Kurs geworfen wurden. Unter den Schülern mit der Note „befriedigend“ sollte ausgelost werden.

Neben denen, die den Kurs verlassen mussten, erklärten sich ein paar weitere Schüler dazu bereite, freiwillig den CAS- Kurs zu verlassen. Zudem gibt es seit diesem Schuljahr offiziell nur noch zwei Spanischlehrerinnen, Frau Ecker und Frau Salazar, neben dem aus der Pension zurückgeholten Herrn Häfner.

Aus diesem Grund unterrichten diese Lehrer ausschließlich Spanisch. Und Spanisch wird für die Klassenstufe 11 nur noch vierstündig unterrichtet, obwohl es eigentlich ein fünfstündiges Hauptfach ist.

Auch in den Fächern Mathematik und Physik gibt es nicht genug Lehrkräfte, weswegen Herr Benz zum wiederholten Male aus der Pension zurück gekommen ist sowie Herr Müller, der auch einige Mathe – und Physikstunden übernimmt.

Bereits nach einer Woche wurde ein neuer Stundenplan bekanntgegeben und zudem wechselten nochmals die Lehrkräfte.

Da noch einige Fragen offen standen, bat Provokant Herrn Dr. Haas um ein Interview.

Provokant: Wie haben die anderen Lehrer das Problem der mangelnden Lehrkräfte in Spanisch und die Folge für Frau Ecker und Frau Salazar aufgenommen?
Herr Dr. Haas: Da Frau Widmaier unsere Schule in den Sommerferien verlassen hat, war eine totale Umschichtung des Faches Spanisch nötig. Die Lage ist prekär, da keine der beiden Lehrkräfte ausfallen darf. Von den Kollegen gab es keine Reaktionen.

Wie ist die Lage bei Frau Ecker – Wir haben gehört, sie darf nur noch Spanisch unterrichten?
Das ist nicht ganz richtig, sie unterricht noch in einer Klasse Englisch, da sie dort seit Weihnachten letzten Jahres Klassenlehrerin ist. Die letzten 6. Klassen wurden zu dieser Zeit nochmals neu verteilt, um auf 5 Klassen zu kommen. Deswegen wollten wir der Klasse nicht schon nach einem halben Jahr eine neue Klassenlehrerin geben.

Wie kam es zur Aufteilung der Matheklassen in der 11.Klasse?
Das kann oft durch CAS passieren. Die Lage in Mathematik und Physik ist zurzeit sehr angespannt, doch dank Herrn Benz, der fünf Stunden und Herrn Müller, der acht Stunden übernimmt, konnten diese beiden Fächer abgedeckt werden. Somit ist zu sagen, dass wir ohne die „Rentner“ die Pflichtfächer nicht decken könnten.

Letztes Jahr sollen angeblich Briefe an Neuntklässler verschickt worden sein, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass sie nicht in eine Spanischklasse aufgenommen werden können. Was hat es damit auf sich?
Diese Briefe gingen nur an drei oder vier Schüler raus, da wir ca. 33 Meldungen für Spanisch hatten, dies aber zu viele Schüler für eine Klasse gewesen wären. Es herrscht allgemein flächenmäßig großer Mangel an Spanischlehrern in Baden- Württemberg., als Beispiel hat das Regierungspräsidium Freiburg 60 bis 70 Gymnasien, von denen ungefähr 40 Spanisch unterrichten was über 160 Stunden Spanisch in der Woche bedeutet.

Wir bräuchten insgesamt zusätzlich 8 neue Spanischlehrer im Regierungspräsidium und über 30 in ganz Baden- Württemberg. Dies ist alles eine Folge von G8, da in diesem Jahr die achten und neunten Klassen parallel zueinander mit dem Spanischunterricht beginnen.