Ich bin nun also schon seit zwei Monaten in Spanien, habe also schon viel erlebt, darunter auch Ungewohntes, wie zum Beispiel die Essenszeiten, und vor allem, was gegessen wird.

Da mein Unterricht morgens erst um 8.30 Uhr anfängt, kann ich sogar gemütlich frühstücken, wobei man in Spanien als „el desayuno” nur einen Kakao, Kekse oder einfach Kornflakes mit Milch isst. Das Mittagessen, „la comida” fällt dafür meistens größer aus, wird aber auch erst zwischen 14 Uhr und 15 Uhr eingenommen, dazu gibt es auch meistens einen Nachtisch, genannt „el postre”. Spanier essen noch einmal sehr spät am Abend „la cena” zwischen 21 Uhr und 22 Uhr, warm wohlgemerkt, was anfangs etwas ungewohnt war, aber man gewöhnt sich relativ schnell an den Tagesablauf. Danach treffen sich viele Schüler noch mit Freunden und die Nächte werden auch an Wochentagen daher oft lang. In manchen Familien ist das Ausgehen an Wochentagen nach dem Abendessen aber auch nicht üblich, sondern erst freitags oder am Wochenende.

An dieser Stelle möchte ich ein paar spanische Spezialitäten erwähnen, wie zum Beispiel Paella, ein Reisgericht aus der Pfanne und das Nationalgericht der Region Valencia und der spanischen Ostküste: Es besteht aus Reis, der mit Safran leuchtend gelb gefärbt wird und hauptsächlich aus Huhn, Schweinegerippe und Kaninchen. Dazu kommt Gemüse in Form von geriebenen Tomaten, rote Paprika-Schoten in Streifen geschnitten und grüne Bohnen. Gewürzt wird mit Salz und gelegentlich auch mit frischem, geriebenen Knoblauch sowie mit Rosmarinzweigen.

Eine weitere Köstlichkeit der spanischen Küche ist die Tortilla, ein spanisches Omelette, aus Ei, Kartoffeln und Zwiebeln, welches in einer Pfanne mit Öl kreisförmig gebraten wird. Die spanische Tortilla bitte nicht mit dem gleichnamigen mexikanischen Brotfladen verwechseln. Durch die in Spanien hohe Verbreitung dieses Gerichtes und die sehr einfache Zubereitung, kann die Tortilla Espagnole neben der Paella als spanisches Nationalgericht angesehen werden.

Natürlich mangelt es an süßen Sachen nicht, da gibt es zum Beispiel die Churros, ein spanisches Fettgebäck, eine Art länglicher, sternförmiger Krapfen aus Brandteig (bestehend aus Wasser, Milch, Mehl, Margarine, Ei und Zucker), der in heißen Öl frittiert und dann mit Zucker bestreut wird. Churros werden am Churro-Stand (Churrería), der sich oft auf Hauptstraßen, Plätzen und Märkten befindet, verkauft. In Spanien isst man sie gewöhnlich zu jeder Tageszeit, doch besonders beliebt sind die Churros, getunkt in heiße, dickflüssige Schokolade, früh morgens oder auch nachts auf dem Nachhausweg nach einer Feier, Festveranstaltung oder einem Discobesuch. Traditionell werden Churros besonders gern am Neujahrsmorgen nach der Silvesterparty gegessen.

So, das waren so die Spezialitäten, die einem oft hier begegnen.

Als nächstes wird ein kleiner Bericht über die „Fallas” in Valencia folgen….ein rieeeeeßen Spektakel, mir hämmert immer noch das Trommelfell!!