Die ganze Welt spricht darüber, doch niemand weiß so genau wer hinter diesen Namen steckt. Den meisten schwirren noch andere Wörter im Kopf herum: Republikaner, Demokraten, Vizepräsidentschaftskandidat und viele andere. Doch wer gehört zu wem und wer will was verändern? Und warum ist das überhaupt wichtig für uns Deutsche, beziehungsweise Europäer? Eigentlich könnte uns das doch alles vollkommen egal sein, was die da drüben hinter dem Teich so anstellen, oder etwa doch nicht?
Zu aller erst muss man natürlich sagen, dass es uns nicht egal sein kann. Die USA ist ein wichtiger Wirtschaftspartner für Deutschland und mit ihrer wichtigen Position in der Weltpolitik auch ein entscheidender Faktor für die UN oder die Nato.
Aus unserer Sicht ist auf einen Präsident zu hoffen, der außenpolitisch möglichst liberal gegenüber Europa steht und dazu noch ein eher friedlicherer Zeitgenosse im Bezug auf den Nahen Osten ist.
Doch wer ist denn jetzt überhaupt Kandidat? Ganz einfach: John McCain und Barack Obama.
John McCain (72), Vietnam Kriegsveteran, ist Kandidat für die Republikaner. Er stellt im Allgemeinen genau das dar, für was die Republikaner der Mitte stehen: Kapitalismus und Liberalismus. Der Stärkere überlebt.
Dinge, die für uns Europäer ganz normal sind, wie etwa verpflichtende Krankenversicherung, sind für einen waschechten Republikaner unvorstellbar. „Dies schränke ihn in seiner Freiheit ein“, Zitat eines Anhängers der Republikaner und John McCains auf der Internetplattform YouTube. Doch zurück zu John McCain persönlich.
Für viele Republikaner aus dem rechten Flügel der Partei ist McCain zu wenig konservativ. McCain hatte sich vor dem Wahlkampf zu häufig mit Personen aus dieser politischen Richtung angelegt. Außerdem wirbt McCain ebenfalls mit dem Slogan der Veränderung. Er grenzt seine Politik somit eindeutig von der 8 Jahre andauernden Bush-Politik ab.
Was bei der aktuellen Anti-Bush-Einstellung in weiten Teilen des amerikanischen Volkes ein kluger Wahlkampftrick ist, kommt bei bestimmten Personen der „Repubs“, wie die Republikaner oft gerne genannt werden, eben nicht so gut an.
Seine wohl wichtigsten politischen Äußerungen für den Fall der Wahl zum Präsidenten ist die Beibehaltung der Waffengesetze und die Fortsetzung des Irakkrieges. Hierzu ist zu sagen, dass McCain insgesamt eher sparsam mit Wahlversprechen oder politischen Argumenten umgeht. Er lebt vom Kult um seine Person.
Der Gegenkandidat Barack Obama (47), geboren auf Hawaii, sollte zumindest namentlich allen Europäern bekannt sein. Er wäre, falls er gewählt würde, der erste schwarze Präsident der USA. Sein junges Alter und seine Art Reden zu halten machen ihn äußerst charismatisch. Daher kommt wahrscheinlich auch eine Art Messiaskult in Kreisen der Obama-Anhänger.
Er wird mit seiner Reformpolitik als Lösung aller Probleme der Vereinigten Staaten gesehen. Barack Hussein Obama will unter anderem das Recht zum Waffenbesitz einschränken, Steuern sozialer gestalten, also den kleinen Mann entlasten und gleichzeitig Reiche stärker belasten, den Irakkrieg auf absehbare Zeit stoppen und eine verpflichtende Krankenversicherung für alle amerikanischen Staatsbürger einführen.
Das klingt im ersten Moment alles wunderbar und wir Europäer wundern uns häufig, was daran so revolutionär sei, doch für Amerikaner bedeutet diese Art von Politik das Aufgeben vieler altbekannter Werte und Rechte. Darum glauben viele es handele sich um eine Einschränkung ihrer Freiheiten.
Andere kritisieren ihn, da dies doch alles nur Träumereien seien und er niemals das Geld für solche Reformen aufbringen könne. Obama ist bekannt geworden seit den Primaries, den Vorwahlen der jeweiligen Parteien des Präsidentschaftskandidaten, in denen er Hillary Clinton besiegt hatte.
Obama büßte zuletzt wohl einige Stimmen ein, da er überraschenderweise nicht Clinton zum Vizepräsidentschaftskandidat ernannt hatte, sondern Joe Biden, einen bisher recht unbekannten Parteikollegen. Viele Clinton Anhänger hat er damit wohl verärgert.
Genau dies nutzte John McCain aus und damit kommen wir zu einer der momentan heiß diskutiertesten Personen in der Weltpresse: Sarah Palin. McCain ernannte Sarah Palin, strengkonservative Gouverneurin von Alaska, zum Vizepräsidentschaftskandidat kurz nachdem fest stand, dass Clinton nicht ausgewählt wurde. Er erhofft so die vielen neuerdings unentschlossenen weiblichen Wähler für sich zu gewinnen und erscheint tatsächlich Erfolg damit zu haben.
In jüngsten Umfragen lag McCain überraschenderweise vorne. Allerdings wird mit zunehmender Bekanntheit Palins auch die Kritik an ihr immer größer. Sie sei viel zu unerfahren für eine solche Position. Außerdem vertritt sie eine derart konservative Position, da wird der Verdacht des extremen Fundamentalismus laut.
Viele politische Entscheidungen wie den Bau einer Ölpipeline oder den Krieg im Irak begründete sie schlicht und ergreifend nur damit, dass dies Gottes Wille und so von ihm gegeben sei. Und welche Parallelen in unseren Köpfen erscheinen, wenn man Kriege als Gottes Wille bezeichnet, braucht man hier wohl nicht weiter auszuformulieren.
Palin kommt aus einer kleinen Gemeinde in Alaska die den Pfingstkirchen angehört. Diese Kirchen sind bekannt für ihre obskuren Praktiken, in denen sich die Mitglieder in eine Art Trance versetzen und als selbstbezeichnete „Sprachrohre Gottes“ seine Nachrichten empfangen und in undeutlichen Brabbellauten von sich geben. Ob Palin jemals an einer solchen Sitzung teilgenommen hat, ist jedoch unbekannt.
Außerdem sorgte Palin mit einer Art von fast schon fragwürdigem Politikunwissen für Furore. Die republikanischen Wahlkampfhelfer wollen sie darum nun zwangsweise in eine Art Nachhilfeunterricht schicken, nachdem sie unter anderem den Irakkrieg mit dem 11. September in Verbindung gebracht hatte, was selbst Bush und seine Berater seit langem dementieren, dass das Saddam-Hussein-Regime irgendetwas mit dem 11.9. zu tun haben könnte.
Sarah Palin könnte also das Zünglein an der Waage für die US-Wahlen 2008 sein, ob mit gutem oder schlechtem Ausgang für ihre Partei ist noch ungewiss.
